Eigene Strategien im Klimawandel - Anpassung der Wälder

10.03.2021

Der Aufbau der Wälder ist auch ein Spiegelbild der Ansprüche vergangener Generationen an den Wald.

Dies zeigt sich am hohen Flächenanteil der heute 60- bis 80- jährigen Kiefernbestände, die auf Aufforstungen großer Freiflächen zurückgehen, die nach der Übernutzung in der NS-Zeit, den Reparationshieben nach dem 2. Weltkrieg und der Rohstoffknappheit zur DDR-Zeit entstanden sind. Die Existenz dieser Kiefernreinbestände als Beispiel für die fehlende Anpassung der Forstwirtschaft anzuführen und die Verurteilung der sie bewirtschaftenden Waldbesitzer oder Förster, ohne die Berücksichtigung der genannten historischen und ökonomischen Zusammenhänge, ist nicht gerecht und hilft uns in der Sache nicht weiter.

Klar ist, wir gehen von der Klimaerwärmung aus, davon, dass die Temperaturen steigen und die Niederschläge in den Sommermonaten sinken werden. Sicher ist, dass der Aufbau von Mischwäldern mit einem hohen Anteil an Schattenbaumarten sinnvoll ist, um das Risiko mit einem breiten Baumartenspektrum zu diversifizieren.

Die Zusammensetzung der Mischwälder muss aber immer vor Ort unter Berücksichtigung der lokalen Standorte entschieden werden. 92 % des Waldes unserer Mitglieder stockt auf armen bis ziemlich armen Waldstandorten. Die Kiefer kommt mit diesen Waldstandorten noch ganz gut zurecht.

Seit 1992 haben wir in unserer Forstbetriebsgemeinschaft beim ökologischen Waldumbau, weg von den reinen Kiefernbeständen hin zu Nadel- Laubholz Mischbeständen, mit einer Fläche von 255 ha schon viel geschafft. Es ist ökologisch wie auch betriebswirtschaftlich sinnvoll, im Bereich der Forstbetriebsgemeinschaft weiterhin mit heimischen Baumarten wie der Kiefer im Zusammenspiel mit der Traubeneiche, der Rot- und Hainbuche sowie der Winterlinde auf frischen Standorten zu arbeiten.

Auf den ärmeren Kiefernstandorten A (arm) und Z (ziemlich arm) wollen wir den Mitgliedern wie bisher empfehlen, unter dem Schirm der Altkiefern truppweise Traubeneichen zu pflanzen. Das sind ca. 100 Trupps mit je 19 Traubeneichen auf einem Hektar. Der Abstand von einem Trupp- zum anderen Truppmittelpunkt beträgt 8 bis 14 m. In den Freiräumen zwischen den Trupps gehen dann die Samen der Altkiefern auf, die nach einem Schirmhieb nur noch 60% bis 80% der Fläche einnehmen. Weichlaubhölzer wie die Birke oder die Eberesche siedeln sich als Mischholzart oft schon ganz von allein an.

Gute Erfahrungen haben wir auch mit der truppweisen Einmischung von Douglasien gemacht. Auch der Baumart Robinie sollten wir mehr Aufmerksamkeit schenken und da, wo die Robinie schon allein aufgekommen ist, sollten wir diese pflegen und zu guten Qualitäten erziehen. 2019 waren beispielsweise die Preise für 1 Festmeter Robinie doppelt so hoch wie für 1 Festmeter Kiefer.

 

Bild zur Meldung: Gelungener Buchenbestand unter Altkiefern