Waldnutzung

Holzeinschlag – Ziel zum Jahresende 2020 knapp verfehlt

Die Betriebe der Land- und Forstwirtschaft können auch in Zeiten der Corona-Pandemie arbeiten, das ist gut so, weil auf Grund der fortschreitenden Trockenschäden nach dem nun dritten Waldschutzkrisenjahr ein sehr hoher Bedarf an Pflegemaßnahmen in den Waldbeständen besteht. Informationen von Mitgliedern und Vor-Ort-Termine bestätigen uns diesen Zustand.

Wegen der angespannten Lage auf dem Holzmarkt Anfang des Jahres sollten von den vertraglich für das Jahr 2020 festgelegten 4.500 fm Holzeinschlag bis 30.Juni nur 1.500 fm und ab August dann die restlichen 3.000 fm eingeschlagen werden. Begonnen haben wir die erste Etappe am 15.Mai und am 12.August wurde sie abgeschlossen.  

Der geplante Beginn im August wurde immer wieder verschoben, weil der für uns vorgesehene Harvester noch bei der Aufarbeitung von abgestorbenen Fichten in Süddeutschland gebraucht wurde. Erst am 4. November begann dann die zweite Etappe des Holzeinschlages und endete am 25. November. 

Mit der Restgutschrift aus dem Holzeinschlagsjahr 2019 von 625 fm konnten 5.496 fm am 31.12. abgerechnet werden. Die fehlende Holzmenge von 504 fm (Planung 6.000 fm) wurde jetzt im Januar 2021 gut geschrieben..

 

Die Nachfrage nach frischem Kiefernstammholz ist zuletzt gestiegen

Seit 2018 waren die Nadelrundholzmärkte auf Talfahrt. Die Kiefernstammholzmärkte haben sich bisher kaum belebt. Nach wie vor setzen viele Sägewerke preisgünstiges Fichtenkäferholz statt frisches Kiefernholz ein. Aktuell entspannt sich jedoch auch die Lage in den Schadgebieten, weil die Aufarbeitung des Stehendbefalls gut vorrankommt und somit die Gefahr des Ausfliegens des Borkenkäfers nachlässt. Ein weiterer Grund für den Rückgang der Käferholzbe-reitstellung für die heimische Holzindustrie ist die Verlagerung der Einschlagskapazitäten in die Ernte von Buchen-schadholz. Es besteht nach wie vor ein hoher Rundholzbedarf in Deutschland auch schon deshalb, weil es die starke Nachfrage nach Rundholz aus Asien und den USA gibt. So planen die Nadelholzsägewerke in Deutschland, die Produktion in diesem Jahr auf bis zu 24,5 Mio. m³ zu steigern.

Für die Waldbesitzer in den Kiefern dominierten Regionen Deutschlands gibt es daher Hoffnung, dass die Nachfrage nach frischem Kiefernholz durch die heimische Holzindustrie wieder ansteigt. Ein uns vorliegendes 1. Angebot eines Sägewerkes lässt darauf schließen, dass es bereits eine kleine Erholung der Rundholzpreise bei den Langholz-abschnitten (LAS) gibt. Beim Sortiment Nadelschichtholz ist kein Aufwärtstrend in Sicht. Wir werden deshalb wie in den zurückliegenden 3 Jahren den Holzeinschlag nur auf Flächen konzentrieren, die ein hohes Schadholzaufkommen aufweisen und auf Flächen mit Zeitvorgaben von Kompensationsmaßnahmen für den ökologischen Waldumbau. Wir werden auch in diesem Jahr die Entwicklung der Nadelschichtholzpreise beobachten, um bei einer positiven Preisent-wicklung gegebenenfalls wieder mit den Pflegearbeiten in den jüngeren Kieferbeständen zu beginnen.

In der Planung 2021 haben wir vorgesehen: 68 ha für die Pflege und 3 ha bis 5 ha Verjüngungsfläche. Insgesamt rechnen wir mit einer Holzeinschlagsmenge in diesem Jahr von 3 Tfm bis zu 4 Tfm.